Die Brunftzeit der Rothirsche in den Wäldern des Rothaargebirges

 

 

Es ist schon ein besonderes Erlebnis, im Frühherbst das Rotwild zu beobachten, wenn der Brunftschrei des sonst so scheuen Hirsches durch die Wälder schallt.

Der Rothirsch ist die größte Art seiner Familie in Mitteleuropa. Sein Fell ist im Sommer leuchtend rotbraun, im Winter aber färbt es sich graubraun und nicht selten kommen auch hellere Färbungen vor. Die Hirsche werden vor allem in der Dämmerung und in der Nacht aktiv und treten dann zum Äsen hinaus auf die Waldlichtungen.

Interessierte, die das Wild beobachten möchten, können die lauten, röhrenden Schreie in der Dämmerung schon von weitem hören und mit ein bisschen Glück den König der Wälder vielleicht auch sehen.

Keinesfalls sollte man aber die Wege verlassen, sonst würde das Wild gestört werden.

 

Die Rothirsche leben als Einzelgänger oder in kleinen Gruppen in den Wäldern. Nur für eine kurze Zeit des Jahres, die Paarungszeit oder auch Brunft genannt, versammeln die Rothirsche einen ganzen Harem von Weibchen um sich. Durch ihre lauten, weit hörbaren, röhrenden Schreie zeigen sie den möglichen Rivalen, dass sie ein bestimmtes Territorium besetzt haben. Oft kommt es aber dennoch zu verbissenen, kraftraubenden Kämpfen, bei denen die Geweihe ineinander verhakt werden. Dann wird durch Drücken oder Schieben der Stärkere ermittelt.

In der Natur überlebt nur der Starke und Kräftige. So wird gewährleistet das möglichst überlebensfähige Nachkommen gezeugt werden und so die Art erhalten bleibt. Das es bei diesen Duellen kaum zu Verletzungen kommt liegt an der mehrendigen Konstruktion des Geweihes. Das Geweih eines gut entwickelten Rothirsches besitzt mindestens zwölf Enden, doch es sind auch Hirsche mit Geweihen die mehr Enden hatten gesehen worden.

Der Gewinner dieser Kämpfe, auch Platzhirsch genannt, gesellt sich nun zu dem Rudel der Weibchen. Nach ungefähr acht Monaten kommen dann die Jungen zur Welt.

In den ersten Monaten leben alle gemeinsam im Rudel des weiblichen Rotwildes mit den verschiedenen Generationen einer Familie zusammen. Das Rudel umfasst etwa 10 bis 15 Tiere die von einer alten, erfahrenen Hirschkuh geführt werden. Dieses Leittier kennt wichtige Informationen, wie z.B. die über Futterplätze, Wanderwege oder sichere Einstände.

Nach einigen Monaten werden dann die Junghirsche aus dem Rudel aussortiert und leben nun von den Weibchen getrennt so wie ihre älteren Artgenossen. Die weiblichen Jungtiere aber bleiben weiterhin im Rudel der älteren Hirschküh.

Obwohl das Rotwild eigentlich einmal eine Tierart offener Landschaften war, wie z. B. ausgedehnter Steppengebiete hat es sich über Jahrhunderte hin an den Lebensraum des Waldes angepasst und sich somit einen Platz gesichert, wie auch hier bei uns im Rothaargebirge.

 

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