| Beitragsseiten |
|---|
| Geschichte Bad Berleburg |
| Seite 2 |
| Alle Seiten |
JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL
| Heimatarchäologen konnten im Bereich der heutigen Stadt Bad Berleburg anhand von Grabungsfunden mehr als 150 Siedlungsstellen von ersten Besiedlungen in der keltischen, also vorchristlichen Zeit (7. Jahrh. Vor Chr.) nachweisen. Aus dieser Zeit sind drei Fliehburgen bekannt, die von den Kelten auf steilen Bergkuppen gebaut worden waren, von wo aus man leichter die eindringenden Germanen abwehren konnte, die an den Erzvorkommen interessiert waren. Diese drei mächtigen Ringwallanlagen sind zum Teil heute noch erhalten und stehen unter Denkmalschutz. Die Wallburgen liegen in der Nähe der heutigen Ortschaften Aue, Dotzlar und Wemlighausen. Für die Zeit bis zum 8. Jahrhundert fehlen dann allerdings die Hinweise auf eine Besiedelung des Landes. Die Stadtteile Arfeld und Raumland sind bereits 800 bzw. 802 urkundlich erwähnt und aus dem Jahr 1059 liegen Urkunden vor, welche die Siedlungen Alertshausen, Beddelhausen, Elsoff und Schwarzenau belegen. |
|
|
Der Name Wittgenstein (Widechinstein) wird erstmals im Jahre 1174 urkundlich erwähnt, seine Schreibweise läßt auf sächsischen Ursprung schließen. Der Graf von Battenberg nennt sich nach seinen beiden Burgen nun Werner von Battenberg und Wittgenstein. Die Nachfahren des Grafen teilten sich nun den Besitz. Siegfried erhielt das Land um den Oberlauf der Flüsse Lahn und Eder und nannte sich nun Siegfried I. von Wittgenstein. Hiermit beginnt die eigentliche Geschichte der Grafschaft Wittgenstein.
Berleburg, hoch über der Odeborn gelegen und durch Steilhänge zum Odeborntal und dem Berlebach vor Angriffen geschützt, bot sich als idealer Stützpunkt für den Ausbau der Grafschaft Wittgenstein an. Im Jahre 1258 wird die Ortschaft Berleburg (Berneborg-Berneborgh) zum ersten mal in einer Urkunde des Klosters Grafschaft erwähnt. Graf Siegfried I. erwarb vom Benediktiner- Kloster Grafschaft Eigentumsrechte an dem Berg auf dem es neben einem Klosterhospitz bereits eine Ansiedlung oder eine Burg gab. Anfangs hatte der Grafschafter Klostervogt Adolf von Grafschaft, Miteigenstumrechte an Berneborgh. |
|
| Im Jahr 1322 wurde die Doppelherrschaft in Berleburg durch „Widekind von Grafschaft“ beendet, der zu Gunsten Siegfried II. von Wittgenstein auf seine Rechte an der Stadt verzichtete. Als dieser als letzter in dem Geschlecht der Wittgensteiner Grafen 1357 starb, trat sein Schwiegersohn Salentin von Sayn das Erbe an. Er begründete das Geschlecht Sayn-Wittgenstein, das bis heute noch in den Schlossmauern lebt. Es gibt eine Reihe von Zeugnissen aus dieser Zeit, dass die Gründung der Stadt zwar schon im Jahre 1258 erfolgte, aber erst im Jahre 1330 ein vollständiges städtisches Gemeinwesen mit Bürgermeister, Schöffen und Rat besaß. Die Gründe hierfür waren wohl die zwei Herren der Stadt und die zunächst wohl nur geringe Einwohnerzahl. |


