"Füße gegen die Wand" und "Fallen lassen" hieß es für viele Kletterer am Samstag, den 01.08.2009 bei der Eröffnung des Klettergebietes "Kapplerstein". Hierzu hatte der Alpenverein Siegerland und Hochsauerland alle Interessierten herzlich eingeladen. Nach dem "Steinschab" in Hallenberg ist das neue Klettergebiet zwischen Wingeshausen und Aue das zweite im Rothaargebirge. Dank dem ehrenamtlichen Einsatz vieler Alpenvereinsmitglieder konnten in den vergangenen sechs Monaten sowohl 25 verschiedene Kletterrouten als auch ein zusätzlicher Lebensraum für Eidechsen geschaffen werden. Der Alpenverein bewies damit, dass Naturschutz und Kletterspaß nicht im Widerspruch stehen müssen.

Ebenfalls viel Vorarbeitet hatte der Touristik- und Heimatverein Wingeshausen geleistet. Mit Steaks und Würstchen vom Grill sowie kalten Getränken sorgte er für das leibliche Wohl der zahlreichen Kletterer und Zuschauer. Als Gäste waren unter anderem Annemarie Erlenwein, stellv. Leiterin der Sportabteilung des Innenministeriums, der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg Waldemar Kiel, die Chefin des DAV-Nordrhein-Westfalen, der Bundestagsabgeordnete Willi Brase und der Ortsvorsteher Karl-Heinrich Sonneborn gekommen. Alle Verantwortlichen und Ehrengäste waren sehr zufrieden damit, dass mit dem neuen Kletterfelsen ein weiteres naturverträgliches Freizeitangebot im Kreis Siegen-Wittgenstein geschaffen werden konnte. Um den Bewuchs nicht zu gefährden darf die Felskuppe nicht betreten werden.


Gegen 13.45 Uhr gab der Alpenvereinsvorsitzende Paul Steinacker den offiziellen Startschuss für die Kletteranlage. Dann stiegen die Hobbykletterer mit ihren Ausrüstungen in die Seile um den "Kapplerstein" zu erklimmen. Jede der Routen wurde mit einem Namen versehen, wie z.B. der harmlos klingende " Weg der Harmonie", welcher seine Bezwinger auf 21 Meter nach oben führt und mit seinem Schwierigkeitsgrad 8 sehr anspruchsvoll ist. Auch zahlreiche Kletterinteressierte nutzten die Gelegenheit und testeten unter Anleitung erfahrener Felskletterer ihre Kletterkünste. Die erforderliche Ausrüstung fürs sogenannte "Schnupperklettern" stellte der Alpenverein kostenlos zur Verfügung.


Dass das Klettern in der Natur durchaus ein Hobby für die ganze Familie ist, zeigte sich an den verschiedenen Routen. So wagten sich auch schon Vierjährige, natürlich unter dem wachsamen Blick ihrer kletterbegeisterten Eltern in beachtliche Höhen. Da der Fels beste Kletterbedingungen in den Schwierigkeitsgraden 3 bis 8 bietet können in Zukunft Kletterkurse für Anfänger und Fortgeschrittene optimal durchgeführt werden.


Kapplerstein-Projektleiter Marc Sonneborn aus Wingeshausen wie auch andere Kletterer aus der Region müssen jetzt keine weiten Autofahrten mehr in Kauf nehmen, um ihrem Hobby nachzukommen. Sie können sich jetzt direkt vor der Haustür auf das Klettern in den Alpen vorbereiten, wo sie weitere Herausforderungen erwarten.


